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Schäften von langen Kanuleisten

Für den Kanubau brauchst du meistens Holzleisten in Längen über 4 Meter. So lange Bretter sind, vor allem in astfreier Qualität nur schwer zu finden. Wenn du nicht gerade einen Holzhändler in der Nähe hast, der Red Cedar in ausreichender Länge vertreibt (die meistens astfrei zu bekommen ist) könnte das Schäften für dich eine Option sein. So lassen sich auch heimische Holzarten wie Fichte oder Kiefer nutzen, die von der Ästigkeit ansonsten eher schlecht für die Herstellung langer Leisten geeignet sind.

Wichtig: Beachte die gängigen Regeln des Arbeitsschutzes wenn du mit einer Tischkreissäge oder mit Epoxidharz arbeitest!

Was ist Schäften?

Beim Schäften werden zwei Holzleisten mit einem spitzen Winkel, der die Klebefläche vergrößert, zu einer langen Leiste verklebt. Hierbei besteht eine Faustregel, die besagt, dass die Länge der Schäftung mindestens das 8-fache der Leistenstärke betragen sollte.

Rechenbeispiel: Eine Stringerleiste von 22mm: 22mm x 8 = 176mm Schäftungslänge

Wir empfehlen jedoch etwa das 10-fache der Leistenstärke, da die Klebeflächen dann noch etwas größer und stabiler sind, wobei sich Leisten mit diesem etwas spitzeren Winkel noch gut verarbeiten lassen.


Bau eines Schlittens und Sägen der Schäftung

Um eine präzise Schäftung herzustellen, die eine gerade Leiste hervorbringt, solltest du dir eine Vorrichtung für die Tischkreissäge bauen. Hier gilt die Regel: es muss nicht schön aussehen, es muss nur funktionieren und natürlich sicher sein. Der Schlitten muss sich parallel zum Sägeblatt verschieben lassen, wofür die Nuten einer Tischkreissäge genutzt werden können. Ein Brett am hinteren Ende des Schlittens hält die Grundplatte zusammen, da das Sägeblatt durch diese einen Schnitt macht. Ein Holzklotz dient als Anschlag, der im angestrebten Schäftwinkel auf die Grundplatte geschraubt wird. Er bestimmt den Winkel und somit die Länge der Schäftung. Ganz wichtig: Richte diesen Klotz mit einem 90°-Winkel absolut rechtwinklig zur Grundplatte aus. Mit Schraubzwingen wird die Leiste während des Schnittes am Anschlag gehalten. Vorsicht, dass die Zwingen außerhalb der Schnittlinie angebracht sind und nicht mit dem Blatt kollidieren können!


Verkleben der Schäftung

Für die Verklebung der Schäftung empfehlen wir Epoxidharz, da du mehr Zeit zum Fixieren der Verklebung hast und nicht so viel Anpressdruck nötig ist wie bei Holzleim. Beklebe den Tisch vorher mit Packband, damit sich die Leiste später wieder vom Tisch lösen lassen. Die erste Leiste wird auf den Tisch gelegt und mit Klemmen fixiert, sodass der Winkel der späteren Verbindung nach oben zeigt. Nun positioniert man die zweite Leiste so auf der ersten, dass die Winkel der Schäftung zusammenpassen. Durch Verschieben bringt man beide Leisten in eine Position, in der sie plan am Tisch anliegen und sich der Übergang auf der Oberseite der Leisten kaum noch erfühlen lässt. Die Position der zweiten Leiste wird nun mit einer kleinen Bleistiftmarkierung, die über Leiste und Tisch geht, markiert. Dann kann die zweite Leiste wieder entfernt werden, um die Verklebung der Schäftung vorzunehmen.


Das Epoxidharz sollte vor dem Mischen der beiden Komponenten erwärmt werden (ca. 25-30°C), damit es möglichst dünnflüssig ist und tief in das Holz eindringen kann. Nach dem sorgfältigen Mischen der beiden Komponenten werden beide Kontaktflächen der Schäftung mit Harz getränkt und dann aufeinander positioniert. Die zweite Leiste wird mit der Bleistiftmarkierung auf dem Tisch in Position gebracht. Damit die Schäftung gerade wird, sollten beide Teile vor dem Zwingen mit einer Alulatte gerade ausgerichtet werden. Ist dies geschehen, werden beide Leisten rechts und links der Schäftung mit Zwingen am Tisch fixiert. So stellst du sicher, dass die schrägen Klebeflächen beim Zwingen nicht aufeinander verrutschen und sich die Schäftung verschiebt. Anschließend wird die Schäftung selbst gezwungen. Hierbei sollte ein Brettchen aufgelegt werden, das die Kräfte der Zwingen verteilt und die Leiste vor Zwingenabdrücken schützt. Damit das Brettchen nicht festklebt, wird es vorher mit Packband beklebt. Wenn du die Schäftung mit Epoxidharz verklebst, solltest du nicht so viel Kraft beim Zwingen aufwenden, wie es bei klassischem Holzleim erforderlich ist.


Das Ergebnis vor und nach dem Schleifen:









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