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Leistenbauweise - Holz für Rumpfleisten wählen

Bei der Auswahl eines passenden Holzes für die Rumpfleisten deines Leistenkanus oder Leistenkajaks gibt es einige Kriterien, nach denen du auswählen solltest. Was völlig nebensächlich ist, ist die Widerstandsfähigkeit des Holzes gegen Feuchtigkeit, da das Holz bei der Leistenbauweise ja ohnehin unter einer schützenden Lage Glasfaserverstärkten Kunststoff (GFK) verschwindet. Wie du ein sauberes GFK-Laminat herstellst haben wir übrigens in diesem Artikel beschrieben. Nach den Kriterien zur Auswahl des Holzes zeigen wir dir noch einige Holzarten als Beispiel und nennen dir unsere Favoriten.


Rumpfleisten Kanubau Red-Cedar
Rumpfleisten - gesägt und gefräst

Die Auswahl-Kriterien


Gewicht

das vielleicht wichtigste Kriterium, da vom Holzgewicht der Rumpfleisten auch das Endgewicht deines Kanus abhängt. Ein Kanu, das aus leichteren Hölzern gebaut ist, wird am Ende auch etwas weniger wiegen. Allerdings nehmen leichtere Hölzer in der Regel auch mehr Epoxidharz auf, weshalb sich das geringere Holzgewicht nicht 1:1 vom Endgewicht abziehen lässt. Zu den leichteren Holzarten gehören viele Nadelhölzer oder schnellwachsende Laubbaumarten wie Paulownia oder Pappel.


Eignung für die GFK-Beschichtung

Damit das Holz das Epoxidharz gut aufnimmt und zwischen den Holzfasern und dem GFK eine starke Verbindung entsteht, sollte das Holz das Epoxidharz gut aufnehmen können. Leichtere Holzarten haben hier einen Vorteil, da sie mehr Poren aufweisen als härtere Hölzer. Ausserdem spielt der Harzgehalt eine Rolle, da Baumharz das Epoxidharz schlechter haften lässt und das GFK im schlimmsten Fall auf größerer Fläche gar keine Verbindung zu den Rumpfleisten eingehen kann. Durch deinen Endschliff hast du allerdings auch einen Einfluss auf das Haftungsvermögen des Epoxidharzes. Wir empfehlen den Rumpf nicht zu fein zu schleifen (z.B. mit Korn 120), damit das Epoxidharz eine relativ Raue Oberfläche hat, an der es haften kann.


Optik

Ein Leistenkanu bzw. Leistenkajak macht optisch einiges her, wobei der Holzrumpf an sich statisch kaum eine Rolle in der Steifigkeit des Rumpfes spielt. Die Statik eines Leistenbootes geht hauptsächlich von den Glasfasern der GFK-Beschichtung aus. Deshalb sind wir der Meinung, dass statische Besonderheiten bestimmter Holzarten wenig ins Gewicht fallen. Du solltest eine Holzart wählen, die du optisch ansprechend findest und die im Idealfall auch in Hinblick auf die anderen Kriterien geeignet ist.


Bearbeitbarkeit

Die Bearbeitbarkeit spielt natürlich während des Bauprozesses eine große Rolle, jedoch nicht mehr wenn das Boot fertiggestellt ist. Unser erstes Kanu haben wir aus Kiefernholz gebaut. Im Vergleich zu leichteren Holzarten ist dies vergleichsweise schwer zu verarbeiten bzw. bearbeiten und lässt sich schlecht biegen und in sich verdrehen. Das Endergebnis ist jedoch ansprechend und du wirst den höheren Arbeitsaufwand vergessen haben, wenn du das Kanu zum ersten mal paddelst.


Riss und Astfreiheit

Das Holz sollte idealerweise keine oder wenig Risse und Äste aufweisen. Äste auch allein aus ästhetischen Gründen, um den Rumpf nicht zu rustikal aussehen zu lassen. Am besten eignen sich sehr astarme Holzarten.



Unsere Holzarten-Empfehlung


Red Cedar (Thuja plicata)

Das Holz schlechthin für den Leistenbootsbau. Leicht, optisch äußerst ansprechend, riecht gut, sehr fäulnisresistent, gute Haftung für Epoxidharz, meist sehr astarm bzw. astfrei, leicht zu bearbeiten und zu biegen. Das Holz ist schwer zu bekommen und erfordert etwas Recherchearbeit. Als Schnittholz ist Red Cedar meist in Längen von 490cm oder länger vorrätig.

Red Cedar ist unsere klare Empfehlung für die Herstellung von Rumpfleisten!


Fichte (Picea abies)

Ein recht homogenes Holz das aber oft sehr viele Äste aufweist. Epoxidharz haftet gut auf Fichtenholz. Es ist leicht zu bearbeiten und lässt sich besser biegen und winden als Kiefernholz.


Kiefer (Pinus sylvestris)

Kiefer kann harzig sein und ist etwas schwerer zu bearbeiten als Fichte. Die Maserung kann außerdem ausgeprägter sein als bei Fichtenholz. Das Holz ist sehr gelblich.


Paulownia (Paulownia tomentosa)

Ein sehr leichtes und optisch cleanes Holz ohne viele Äste oder sonstige Fehler. Epoxidharz haftet gut auf Paulownia. Leider ist das Holz nicht in Längen über 3 Meter zu bekommen, deshalb müssen Rumpfleisten geschäftet werden. Das Holz ist im Baumarkt in Form von Möbelbauplatten bzw. im Holzhandel als Schnittholz zu bekommen.


Holzkanadier am See
Freedom15 aus Red-Cedar Rumpfleisten gebaut

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